Der Künstler Boris Lurie (1924 Leningrad – 2008 New York) wuchs in Riga in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Mit der deutschen Besetzung 1941 wurde die Familie im Ghetto interniert. Luries Mutter, Großmutter, jüngere Schwester und Jugendliebe wurden am 8. Dezember 1941 beim Massaker von Rumbula ermordet. Boris Lurie überlebte gemeinsam mit seinem Vater Zwangsarbeit und die Lager Lenta, Salaspils, Stutthof und Buchenwald. Im April 1945 wurden beide von US-Truppen im Außenlager Magdeburg-Polte befreit. 1946 emigrierten sie nach New York. Lurie verstand sich als „privilegierter Überlebender“ und entwickelte eine radikale Bildsprache zwischen Collage, Fotografie und Malerei. Seine (Anti-)Kunst konfrontiert Holocaust-Erinnerung mit den Schattenseiten der Konsumkultur und formuliert eine kompromisslose Kritik an Gewalt, Macht und Verdrängung.
Boris Lurie
Ever the Radical
Ausstellungsdauer 27. Juni bis 13. September 2026


